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Übergang 4 > 5

Dieses Konzeptpapier wurde im Rahmen der Gründung der Oberschule Schwachhausen verfasst. Der Prozess des Übergangs ist für uns besonders wichtig, da wir zum einen Bedenken und Unsicherheiten der Schülerinnen und Schüler verringern möchten, zum anderen unsere Idee der „zeitgemäßen Bildung“ selbstbewusst präsentieren wollen.

Grundsätzliche Überlegungen

Der Übergang von der 4. zur 5. Klasse markiert einen bedeutenden Wendepunkt – insbesondere da die Schülerinnen und Schüler den Wechsel von einer kleineren zu einer größeren Schule meistern müssen, sich an neue Routinen gewöhnen und sich in einer bislang unbekannten Umgebung zurechtfinden müssen. Unser Ziel ist es, unsere neuen Schülerinnen und Schüler so zu unterstützen, dass dieser Übergang nicht als disruptiv oder beunruhigend empfunden wird. In diesem Konzept skizzieren wir daher Maßnahmen, die einen positiven und sicheren Schulstart gewährleisten. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei zentrale Ansätze, die unsere Vorgehensweisen prägen:

  1. Die aktive Zusammenarbeit mit den vorgelagerten Grundschulen.
  2. Die Förderung des gegenseitigen Kennenlernens zwischen den neuen Schülerinnen und Schülern sowie der Schule.

Konkrete Maßnahmen

  • Besuche in den Grundschulen: Sobald klar ist, welche Kinder zu uns wechseln werden, nehmen wir Kontakt zu den Grundschulen auf, um Termine zu vereinbaren. Für die Gespräche mit den Kindern haben wir einen Fragenkatalog entwickelt, der sich insbesondere auf die Talente, Wünsche und Interessen unserer zukünftigen Schülerinnen und Schüler konzentriert. Dabei ist es uns wichtig, dass dieser Katalog nicht einfach nur Punkt für Punkt abgehakt wird. Im Mittelpunkt soll ein authentisches Gespräch stehen, das von „echtem Interesse“ am einzelnen Kind geprägt ist. Diese Gespräche dienen einerseits dem Aufbau von Vertrauen, andererseits geben sie uns wertvolle Informationen unserer neuen Schülerinnen und Schüler. Dieses Wissen nutzen wir gezielt – etwa bei der Bildung der Klassen oder um die neuen Klassenleitungen vorzubereiten. Zudem können wir die individuellen Interessen und Talente der Schülerinnen und Schüler in den Willkommenstagen sowie in dem ersten Projekt unserer Forschungsprojekte einfließen lassen.
  • Gespräch mit Klassenleitungen der Viertklässler:innen: Wir stellen allen gegenwärtigen Klassenleitungen einen "Übergabebogen" zur Verfügung. Zusätzlich dazu empfehlen wir und streben aktiv ein direktes Gespräch zwischen unserer Schule und den Klassenleitungen der Viertklässler an. In diesem Dialog sollen wichtige Details und Informationen ausgetauscht werden, um einen nahtlosen Übergang zu ermöglichen.
  • Unsere neuen Schülerinnen und Schüler erhalten regelmäßige Updates über ihre zukünftige Schule: Nach Abschluss des Aufnahmeverfahrens veröffentlichen wir kurze, informative Texte in einem speziellen Blog-Bereich unserer Website, der sich der "Übergangsphase" widmet. Zusätzlich senden wir während der Sommerferien einen Willkommensbrief, in dem die neuen Klassenleitungen sich vorstellen, die Klassenzusammensetzung geteilt wird und wir weitere relevante Informationen mitteilen. Zudem laden 4. Klassen der angrenzenden Grundschulen zu einer Werkschau (Präsentationsveranstaltung unserer Forschungsprojekte) ein. Diese Veranstaltung findet in der Regel im Juni statt.
  • Nach der Einschulung organisieren wir zwei Kennenlerntage, die es unseren neuen Schülerinnen und Schülern ermöglichen, sich gegenseitig kennenzulernen und sich mit der Schulumgebung sowie dem schulischen Rahmen vertraut zu machen. Das erste Forschungsprojekt (5.1) befasst sich nicht nur mit methodischen Aspekten, was wir unter einer „großen Frage“ („Forschungsfrage“) verstehen, sondern fördert auch das gegenseitige Kennenlernen unter den Schülerinnen und Schülern.

Diagnostische Maßnahmen

Zu Beginn des Schuljahres nehmen alle Schüler:innen an der Lale 5 (Lernausgangslagenerhebung 5), sowohl in Mathematik als auch in Deutsch teil. Die Durchführung findet durch geschulte Testleitungen statt. Wir erhalten so konkrete Informationen über den Kompetenzstand und Aufschluss über das fachliche Selbstkonzept unserer Schüler:innen. Die Ergebnisse fördern den Austausch im Fachteam im Hinblick auf die Unterrichtsentwicklung. Im 7. Schuljahr nehmen wir dann an Lale 7 teil und erhalten damit Daten über die Entwicklung.

Deutsch

In Deutsch wird zusätzlich zur Lale 5 die Rechtschreibkompetenz der Schüler:innen mithilfe der “Hamburger Schreibprobe 5” erhoben. Diagnostizierte Rechtschreibschwierigkeiten werden im Anschluss u.a. im Rahmen eines abwechslungsreichen Förderunterrichts in Kleingruppen verbessert. Unser:e Sprachberater:in der Schule ist dabei Ansprechpartner:in und Unterstützung für Eltern, Schüler:innen und Lehrkräfte.
Um die Lesekompetenz, aber auch den Genuss am Lesen zu fördern, werden wir unseren Schultag jeden Morgen mit zehn Minuten leisen Lesens beginnen. Mit dem Lesekonzept, “Susteined Silent Reading”, welches angelehnt an die Studien Stephen Krashens ist, haben viele Schulen bereits gute Erfahrungen gemacht. Es geht uns neben der Förderung der Lesekompetenz, die eine Schlüsselkompetenz darstellt, auch darum, den emotionalen Aspekt des Lesens zu fördern. Dies ist nicht allein Aufgabe des Deutschunterrichts, daher tragen alle Unterrichtsfächer Verantwortung dafür und unterstützen dieses Konzept mit der zehnminütigen Lesezeit am Morgen.

Mathematik

In Mathematik üben wir die „mathematischen Grundfertigkeiten“ mit „bettermarks“. Es bietet interaktive Übungen, personalisiertes Feedback und eine Vielzahl von Aufgaben, um Mathematikverständnis und Fähigkeiten zu diagnostizieren und individuell zu verbessern. Bettermarks ist darauf ausgerichtet, das Mathematiklernen ansprechender und effektiver zu gestalten, indem es adaptive Lernpfade und detaillierte Lösungshilfen bietet. Darüber hinaus startet jede Unterrichtseinheit mit dem so genannten „Check-in“ (und endet mit dem „Check-out“).
Zu Beginn einer Unterrichtseinheit hilft der Check-In, das Vorwissen unserer Schüler zu aktivieren, zu bewerten und ggf. Lücken zu schließen. Er ermöglicht eine persönliche Einschätzung und bereitet die Schüler darauf vor, neue Informationen effektiver zu verarbeiten, indem er an vorhandene Kenntnisse anknüpft. Lehrkräfte können individuelle Lernbedürfnisse erkennen und den Unterricht entsprechend anpassen.
Checklisten generell strukturieren den Lernprozess, fördern die Selbstreflexion und unterstützen individuelle Lernwege, was zu einem tieferen Verständnis und einer besseren Leistung führt.